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Trailer

Die Spuren der Verirrten. Oder hat jemand die Katze gesehen? 

Drei Protagonist*innen treten jeweils in drei geschlossenen Boxen auf, die in Form eines Dreiecks zueinander stehen. Die Frontseiten sind mit Gaze behangen, sodass, je nach Lichtsituation, die Darsteller*innen in der Dunkelheit immer wieder verschwinden. Das Publikum nimmt  in der Mitte jener Anordnung Platz und ist somit angehalten, aktiv die eigene Perspektive zu wählen; es steht im Zentrum des Geschehens. 

 

In dieser Konstellation durchschreiten die Figuren zunächst ihren zugewiesenen Raum. Dabei nehmen sie sich im Verlauf  des Stückes nicht nur wechselseitig wahr, sie finden auch zunehmend zu ihrer Sprache (zurück). Jenes Ereignis tritt aber just erst dann ein, als eine weitere Person, von allen nur der Dritte gennant, plötzlich in das Geschehen eingreift. Über jenen Dritten heißt es im Stück: Einer, der immer schon da ist. Einer, dessen Rolle hier im Raum von den Anderen festgelegt ist. Einer, der seine Rolle nicht selbst bestimmen kann. Einer, der dem Geschehen Bedeutung gibt. Einer, der den Anderen ihren Platz zuweist.  

 

In Die Spuren der Verirrten. Oder hat jemand die Katze gesehen? wird die Wahrnehmung des Selbst über den Anderen verhandelt.  Die Suche nach Bedeutung wird als eine ästhetische präsentiert, die sich spielerisch ereignet und sich als ebenso fragil erweist. Das Politische lässt sich somit vom Poetischen kaum trennen. Es ist alles Rhythmus, Maß, sagt Peter Handke und die Veränderung oder gar der Verlust der Bedeutung kann sowohl schmerzlich als auch heiter, absurd und lustvoll sein. 

Premiere am 10.02.2017 auf der Probebühne 1 des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen.

Eine Arbeit nach Peter Handkes Die Spuren der Verirrten im Rahmen des Szenischen Projekts Versuch über Handke bei Heiner Goebbels. 

Von: Amelie Haller, Maria Huber und Martin Mader 

Mit: Herbert Graf, Jonas Demut, Maria Obermeier und Marc Adler