Martin Mader  (*1987, Innsbruck), arbeitet als Dramaturg (Landestheater Linz), freier Autor  und Regisseur. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen literarischer Produktion und szenischer Praxis. Ausgehend von (eigenen)  Texten entstehen insbesondere Werke für die Bühne als auch installativ ausgerichtete Projekte. Dabei wird das Theater als ein komplexes Wechselspiel verstanden, das stets zwischen künstlerischen Disziplinen angesiedelt ist und somit die Möglichkeit bereithält, ästhetische Konventionen zu hinterfragen und Kontexte zu verschieben. Auf diese Weise wird für die Wahrnehmung des Publikums ein vielfältiges Spielfeld eröffnet.

So treten an die Stelle dramatischer Figuren etwa Zeitzeug*innen, die mit der Arbeit Lebendiges Archiv Teil einer historischen Erzählung werden. Die Installation Weiße Flecken I - Interferenzen macht theatrale und narrative Facetten eines politischen Konflikts sichtbar, indem sie auf dramatische Handlung verzichtet und stattdessen eine thematische Setzung als roten Faden der vielen Geschichten etabliert. Das Dokumentarprojekt Kon-Text Grenze verfährt auf ähnliche Weise und kann sogar gänzlich auf handelnde Personen verzichten. Dabei erschließen sich nicht-lineare Imaginationsräume, welche zugleich gängige Erzählformen in Frage stellen. 

Aber auch auf der Bühne entsteht ein Spiel mit diskontinuierlichen Dramaturgien. In Raststätte. sind es Gedichte, die auf Ausführungen zweier Figuren prallen, ohne dabei in eine verbindende Geschichte gebettet zu sein. Im Stück Die Spuren der Verirrten. Oder hat jemand die Katze gesehen? weicht narrative Spannung zugunsten einer ästhetischen Spannung, die nicht durch Identifikation mit dem Dargestellten besticht, sondern aufgrund von Verunsicherung und Verfremdung eine ästhetische Erfahrung ermöglicht. 

 

Die künstlerischen Arbeiten werden zudem theoretisch reflektiert. In wissenschaftlichen und essayistischen Publikationen wird mitunter auch das eigene Schaffen aufgegriffen und auf produktive Schnittstellen aus szenischen/literarischen Künsten und ästhetischer wie kritischer Theorie hin untersucht.