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Orlando

frei nach Virginia Woolf. 

In Virginia Woolfs Roman durchlebt die Hauptfigur Orlando auf wundersame Weise drei Jahrhunderte. Sie entwickelt sich vom begehrten Jüngling aus adeligem Hause, welcher von Königin Elisabeth I. Ländereien zugesprochen bekommt, zu einer Frau, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem Berliner Warenhaus erste Einkäufe tätigt. 

 

Vor dem Hintergrund jener Metamorphosen wenden sich in der Stückfassung zwei Orlando Alter-Egos der eigenen Geschichte zu. Durch ihr Erzählen und Erinnern wird die gemeinsame Vergangenheit in die Gegenwart geholt und ein Reflexionsprozess in Gang gesetzt. Doch wer sich selbst begreifen möchte, muss um die Dinge ringen; sie entziehen sich beständig dem Zugriff der Sprache. Selbstverständnis und Identität geraten ins Schwanken - insbesondere, wenn Differenzen und Konflikte bestehen. Orlando liegt demnach im Streit mit sich selbst: Ein Ich, das sich durch seine eigenen Geschichten begreifen möchte; zugleich ein Ich, das sich gegen alle Einordnung, Beschreibung und Interpretation zur Wehr setzt. Alles gerät ihnen in Bewegung. Surrealistische Elemente, Phantasie und Staunen, Verwandlung und Lust tun darüber hinaus ihr Übriges, um die existentielle Fragen des Stückes aufzuwerfen: Fragen nach dem Verhältnis von Kunst und Leben, von Traum und Wirklichkeit, Natur und Gesellschaft.

 

„Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht.“ (Virginia Woolf) 

Premiere voraussichtlich beim Theatersommer Ludwigsburg (Sommer 2021)