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Raststätte. ist eine szenische Variation des Gedichtbandes Die Blumen des Bösen von Charles Baudelaire. In einer Zusammensetzung aus lyrischen Passagen und diskursivem Sprechtext wird den Themen Rast- und Ruhelosigkeit sowie der damit verbundenen Sehnsucht nach erlösender Verwirklichung nachgegangen. 

 

Walter Benjamin hält in einer Wendung zu Die Blumen des Bösen fest, dass es sich um ein Gedichtbuch von gesamteuropäischer Wirkung handelt. Es verhandelt ein Lebensgefühl, welches exemplarisch für die Moderne steht und deren abseitiges wie (selbst-)zerstörerisches Potential ins Zentrum der Betrachtung rückt. Von moralischer wie allzu politischer Kritik jedoch weit entfernt, nimmt sich der Dichter aber lieber einer Ästhetik jenes abseitigen Anderen an. Die zunehmende Entfremdung des Menschen treibt für ihn Blüten hervor, die trotz – oder gerade wegen? − ihrer Morbidität und Selbstzerstörungswut, Anziehungskraft und Schönheit entwickeln.  

 

Raststätte. verschreibt sich jenen Momenten und befragt ihre Poesie aus einer zeitgenössischen, postmodernen Perspektive. Die Suche nach einer erfüllenden Erfahrung wird im Kontext zweier Figuren verortet, die Selbstverwirklichung in ihrer Arbeit sehen. Auf diese Weise sollen die vielfältigen Verknüpfungen zwischen den lyrischen Sujets und den Anforderungen wie Versprechen gegenwärtiger Arbeitswelten erforscht und auf ihren ästhetischen Gehalt befragt werden.  

Uraufführung: 13. März 2019 im taT des Stadttheater Gießen   (Link)

Mit: Elisabeth-Marie Leistikow und Florian Mania 

Text: Martin Mader

Regie/Dramaturgie: Martin Mader, Hannes Schladebach 

Bühne/Kostüme: Christoph Gehre

Produktionsleitung: Marietheres Granser

Sounddesign: Christoph Klimt 

Künstlerische Mitarbeit: Peter Picha und Tim Meyer

Presse: Kritik und Vorbericht