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Bild aus der Serie: damage

Zarathustra 

 

Zerstörung als Anfang aller Dinge. Prophetische Ratgeberliteratur. Ein Stück für alle und keinen. 

Über die Figur des Zarathustra heißt es im Prolog zum Stück: 

 

Einer Figur, die ganz und gar nicht zufällig so spricht als wäre sie eins zu eins der Bibel entsprungen. Und selbstverständlich müsste ich dann auch hinzufügen, dass dies in absolut ketzerischer Absicht geschieht, vor allem weil Zarathustra so gar nicht biblisch rüberkommt; er klingt nur so. Ich würde also behaupten, dass Herr Nietzsche in diesem Text den Klang heiliger Worte klaut, zack, sie Zarathustra in den Mund legt und damit dann aber etwas ganz Anderes anstellt usw. Naja, vielleicht auch nicht ganz anders. Immerhin predigt er von Gut und Böse, spricht von ewiger Wiederkehr und wahrscheinlich trug er auch Vollbart.

​Friedrich Nietzsches Werk Also sprach Zarathustra ist eines der bekanntesten der Philosophiegeschichte. Es besticht durch radikale Vernunftkritik, der Konzeption des Übermenschen sowie dem Gedanken der ewigen Wiederkunft des Gleichen; zudem ist es für seine aphoristische und von literarischen Stilmitteln geprägte Form bekannt.

 

Im Stück Zarathustra wird nun das facettenreiche Denken des Textes szenisch interpretiert. Die Figur des wandelnden Denkers/Predigers wird in fünf Protagonist*innen gespalten, die die teils paradoxen Züge des philosophischen Kosmos verkörpern. Dabei wird insbesondere die Frage behandelt: Wie verhält sich ein lebensbejahender, dionysischer Exzess zu totalitärer (Selbst)Zerstörung und Lebensverneinung? Oder theaterspezifisch gefragt: Ist das Tragische lediglich eine Perspektive, die sich ebenso gut in eine Komödiantische wenden lässt, wenn man den nur möchte ? Oder ist das Tragische vielmehr essentieller Bestandteil des Lebens, welcher es zugleich schwer und sinnlos erscheinen lässt?

Auszüge aus dem vorhanden Material finden sich hier